Rechte und faschistische türkische Akteure in Deutschland. Vortrag und Diskussion mit Politikwissenschaftler Ismail Küpeli am 23. September 2020 im SZ Bochum

Rechte und faschistische türkisch-nationalistische Strömungen und Organisationen sind in Deutschland keine Neuheit. Seit Jahrzehnten sind türkische Nationalist*innen und Rechte auch in Teilen der türkeistämmigen Bevölkerung aktiv – und dies weitgehend ungestört. Der aktuelle Krieg der türkischen Armee gegen Kurd*innen und die zunehmende Diktatur der Regierung Erdoğan spiegeln sich in Konflikt- und Gewaltlinien und nicht zuletzt auch in Spannungen zwischen türkeistämmigen Migranten und Migrantinnen in Deutschland wider. Nationalistische und extrem rechte Organisationen wie die “Grauen Wölfe” bieten gerade für Jugendliche Identitäts- und Gemeinschaftsangebote, die sich auf eine mythisch überhöhte Geschichte des “Türkentums” berufen.In den letzten Monaten gehen vermehrt nationalistische und faschistische türkische Gruppen auf die Straße.
Gegenüber einem türkischsprachigen Publikum werden die nationalistischen und faschistischen Inhalte offen propagiert, im öffentlichen Erscheinungsbild und in deutschsprachigen Verlautbarungen legen sie dagegen Wert darauf, den Anschein eines “ganz normalen” Moscheevereins zu wahren, dessen vereinsinterne Arbeit und Aktivitäten im Stadtteil keinerlei politischem Anspruch folgen würden. Ohne Kenntnisse der enstprechenden Netzwerke, Organisationen, Symbole und Codes fällt es schwer, extrem rechte türkische Akteure und deren Aktivitäten zu erkennen und einzuordnen.
Der Politikwissenschaftler Ismail Küpeli wird uns einen Überblick über die aktuellen Akteure geben und auch Bezug nehmen zu deren Bedrohungspotential für kurdische und türkisch-linke Gruppen im Ruhrgebiet.

Wir öffnen um 18:30 Uhr die Türen des SZ, nach dem Ausfüllen der Anwesenheitszettel, die verschlossen an einem sicheren Ort gelagert und später vernichtet werden, wollen wir gegen 19:00 Uhr mit dem Vortrag und der anschließenden Diskussion beginnen.
Wir behalten uns vor Menschen die dem rechten Spektrum zuzuordnen sind, rassistische, antisemitische, homophobe, sexistische oder sonstige menschenverachtende Statements in Form von Äußerungen oder Codes von sich geben, das Betreten der Veranstaltungsräume zu verwehren.
Die Veranstaltung wird gesponsert von “Demokratie leben”

Geschichte der Antifaschistischen Aktion

Der rasante Zulauf den faschistische Parteien in Europa haben, zeigt
einmal mehr: Antifa ist nach wie vor notwendig. Doch wann und wie fing
das alles eigentlich an und was hat sich seitdem verändert? Was für
unterschiedliche strategische Ansätze gab es und was hat gut
funktioniert? Was weniger gut?
Wir möchten mit euch über antifaschistische Bestrebungen, ihre
Geschichte und heutige Relevanz ins Gespräch kommen.
Der Vortrag ist so konzipiert, dass kein Vorwissen nötig ist, sondern
jede*r mitdiskutieren kann.
Bitte beachtet die Hygienevorschriften!
Diese Veranstaltung wird unterstützt durch “Demokratie leben”!
Wo: Soziales Zentrum Bochum
Türen auf ab 19:00 Uhr
Veranstaltungsbeginn um 19:15 Uhr

WIR STARTEN WIEDER

Liebe Menschen,
wir haben Euch vermisst, doch nun wollen wir wieder durchstarten! Am 12.08.20 wird unsere nächste Veranstaltung zum Thema
“Geschichte des Antifaschismus” stattfinden. Ein Ankündigungstext hierzu folgt. Doch irgendwie ist nichts mehr so wie es war…
Aus Hygieneschutzgründen müssen wir die Teilnehmer*innenzahl beschränken. Der Tresenraum ist vorerst gesperrt, wir werden dennoch Getränke gegen Spende anbieten können. Leider wird es vorerst keine Küfa geben; auch hier arbeiten wir gerade an einem Konzept für künftige Veranstaltungen. Im Innenraum ist das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes Pflicht.
Trotz der zum Schutz Aller notwendigen Auflagen, freuen wir uns sehr, Euch bald wiederzusehen und auf spannende Veranstaltungen!
Euer Team des OACB

Dem Opfer einen Namen geben: Arkan Hussein Kejo

Am Dienstagabend wurde
Arkan Hussein Kejo in Celle von einem 29jährigen Deutschen erstochen.Mit 10 Jahren waren Arkan und seine aus der Anfang August 2014 vom IS überfallenen ezidischen Region Shingal (Südkurdistan/Nordirak), nach Deutschland geflüchtet. Nun mehren sich die Hinweise, dass Arkan einem rassistischen Attentat zum Opfer fiel.
Kein Vergeben. Kein Vergessen.

Totschlag in Celle: Aus Hass erstochen?

KARTE BOCHUMER GABENZÄUNE

Euch allen ein großes DANKESCHÖN für Euer Engagement!
Nicht nur der Gabenzaun an der Düppelstraße wird gut und regelmäßig bestückt, mittlerweile gibt es sogar schon DREI
Gabenzäune in Bochum.

Eine Karte könnt Ihr hier herunterladen.

gabenzäune karte

Damit möglichst viele Menschen ohne Zuhause von den Zäunen erfahren, druckt bitte einen Plan aus, tragt ihn bei Euch und gebt ihn bei Bedarf an bedürftige Menschen weiter.
Gerne könnt Ihr ausgedruckte Pläne auch laminieren und im bochumer Stadtgebiet aufhängen.

Handelt solidarisch! Danke!

SOLIDARITÄT MIT MENSCHEN OHNE ZUHAUSE

Liebe Genoss*innen,
das Ausmaß der Corona-Pandemie hat uns alle überraschend stark getroffen. Jede*r hat mit der aktuellen Lebenssituation und den verheerenden Umständen mehr oder weniger zu kämpfen. Es sind schwere Zeiten für uns ALLE* und eine große Herausforderung für unsere Gesellschaft!
Insbesondere für Menschen* die sich in prekären Lebenslagen befinden, kein Zuhause haben, die von Sucht oder Abhängigkeit betroffen sind und auf der Straße leben bedeutet dies eine enorme Herausforderung.

Durch die bundesweiten Maßnahmen zur Einschränkung des öffentlichen Lebens verlieren viele Menschen* ihre einzige Einkommensquelle, da sie nur durch das Geld und Sachspenden der Bevölkerung ihren täglichen Bedarf decken können.

Solidarität ist so wichtig wie nie!!!

Lasst uns dabei helfen, dass all unsere Mitmenschen diese schwere Zeit gut überstehen.
Das Offene Antifa Café Bochum hat am „Bolzplatz Düppelstraße“ einen Gabenzaun initiiert, an den Ihr in regelmäßigen Abständen beschriftete Tüten mit Spenden hängen könnt, so dass sich Menschen ohne Zuhause dort das von ihnen Benötigte abholen können.

Die Tüten sollten mit Hinweis auf den Inhalt beschriftet sein und jeweils für eine Person ausgerichtet.

Beispiele für Inhalte:

Lebensmittel-Tüten
z.B. Obst, Müsliriegel, Sandwiches, Getränke, Schokolade (nur Sachen die ohne Küche zu verwerten sind)

Sachspenden-Tüten
saubere Kleidung, Hygieneartikel

Hundefutter-Tüten
Nass- und Trockenfutter, Leckerlis, Kauknochen etc.
Bitte macht mit, sorgt dafür dass möglichst viele obdachlose Menschen informiert werden oder initiiert auch in Eurer Nachbarschaft einen Gabenzaun!
Infomaterial kann auf dieser Seite heruntergeladen werden!

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SOLIDARITÄT MIT ALLEN GEFLÜCHTETEN * Gegen die Abschottungspolitik der EU

»Fassungslos sehen wir zu, wie in diesem Moment die menschenrechtliche Katastrophe an den europäischen Außengrenzen eine weitere Eskalationsstufe erreicht hat: Am Sonntagnachmittag hat der türkische Präsident Erdogan die Öffnung der türkischen Grenzen angeordnet, um die EU zu zwingen, die türkische Kriegsoffensive in Syrien militärisch zu unterstützen. Zehntausende geflüchtete Menschen haben daraufhin die Türkei allein innerhalb eines Tages verlassen. An der türkisch-griechischen Landesgrenze wurden sie von griechischen Grenzpatroullien mit Tränengas und Schüssen zurückgedrängt. Am Montag gab es bereits Meldungen über mindestens ein Todesopfer. Die griechische Armee bereitet sich faktisch auf einen Militäreinsatz gegen die Geflüchteten vor. Die griechische Regierung erklärte bereits am Montag, fast 10.000 geflüchtete Menschen an der Einreise gehindert zu haben. Zudem kündigte sie an, das Asylrecht für einen Monat auszusetzen.

Auf Lesbos verhinderten Faschisten gewaltsam, dass Geflüchtete an Land kommen und griffen dabei auch massiv Journalist*innen und Helfer*innen an. Weder Polizei noch Küstenwache schritten ein. Eine Aktivistin schreibt uns aus Lesbos: „Wir sind jetzt am schlimmsten, dunkelsten und gefährlichsten Punkt angekommen. Das Ausmaß der Gewalt ist unbeschreiblich.“ Auf Lesbos leben schon jetzt rund 20.000 Menschen unter elendsten Bedingungen in einem Camp, das ursprünglich für 3.000 Menschen errichtet worden war. Rund 7.000 unbegleiteten Minderjährigen wird dort jegliches Kinderrecht versagt. Die griechische Regierung bereitet momentan gegen massive Widerstände den Bau von geschlossenen Lagern vor.

Die ersten Reaktionen aus der deutschen Politik zur aktuellen Eskalation kommen von einer konservativen Front der Abschottungsverteidiger: Seitens der CDU werden sofort Grenzkontrollen und Zurückweisungen an den deutschen Grenzen gefordert, die FDP will „unkontrollierte Migration“ verhindern. David McAllister (CDU), Chef des Auswärtigen Ausschusses des EU-Parlaments findet einen Tränengaseinsatz gegen Geflüchtete an den Grenzen „absolut gerechtfertigt“. Der Vorsitzende der EVP-Fraktion im Europaparlament, Manfred Weber (CSU) bekommt dieser Tage immer wieder das Wort: Auch er verteidigt die gewaltsame Abschottung und plädiert für eine weitere „Sicherung“ der Außengrenzen. NRW-Integrationsminister Joachim Stamp (FDP) fordert allen Ernstes eine „Erneuerung des EU-Türkei-Abkommens“.

Dass die Bereitschaft Geflüchtete aufzunehmen seitens vieler Kommunen sehr wohl da ist, zeigen mehr als 130 Städte und Gemeinden in Deutschland, die sich zu „Städten Sicherer Häfen“ erklärt haben – auch Bochum gehört dazu! Der Potsdamer Bürgermeister hat zudem vor einigen Tagen die „Erklärung von Lesbos“ initiiert, in der die sofortige Aufnahme aller unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge gefordert wird.

Wir dürfen jetzt also nicht in Fassungslosigkeit verharren, sondern müssen die Politik zum sofortigen Handeln zwingen!

Wir fordern von Oberbürgermeister Thomas Eiskirch und der Politik in Bochum, dass sie aktiv handelt und Druck auf die Regierung macht, die Aufnahme von geflüchteten Menschen von den EU Außengrenzen möglich zu machen! Bochum ist sicherer Hafen – nun gilt es, dies umzusetzen!
Wir fordern die sofortige Aufnahme unbegleiteter minderjähriger Geflüchteter von den griechischen Inseln in Deutschland und auch in Bochum. Wir haben hier vor Ort Platz und genügend Betreuungsplätze!
Wir fordern die sofortige Evakuierung der Menschen aus den Grenzgebieten in sicheres EU-Gebiet!
Wir fordern das unverzügliche Inkraft-Setzen eines wirksamen Relocation-Programms zur Verteilung Geflüchterter auf alle Staaten der Europäischen Union und deren menschenwürdige Versorgung.
Wir fordern sichere Fluchtwege für Menschen aus Kriegs- und Krisenregionen nach Europa und faire Asylverfahren für Alle!

In Bochum und überall: Schafft sichere Häfen – sofort!«