Leider erneute Aktualisierung!!! Diesmal der Link!!

Da Zoom uns nicht erlaubt den verwendeten Link für eine politische Veranstaltung zu nutzen, haben wir einen neuen Raum erstellt:

Für die Veranstaltung „Oury Jalloh – das war Mord!“ haben wir das SZ
online auf Wonder nachgebaut. Ihr könnt zwei Räume nutzen: die Kneipe
für den Austausch und den Vortragsraum, in dem ab 19 Uhr zwei
Vertreter:innen von BREAK THE SILENCE, einer Initiative in Gedenken 
an Oury Jalloh aus Berlin referieren.
Link zu unserem Wonder-Raum:
https://app.wonder.me/?spaceId=b6541676-6d56-465f-a994-3c0746f37c13

PW: "willkommenimSZ"

AKTUALISIERUNG unserer Veranstaltung zu Oury Jalloh

Die Veranstaltung wird aufgrund der fortshreitenden Covid-19-Situation nun online stattfinden! Klinkt Euch am Mittwoch, 24.11. um 19:00 Uhr unter unten stehenden Link ein und informiert andere Interessierte über die Änderung. DANKE !

https://ruhr-uni-bochum.zoom.us/j/64210934259?pwd=VEtNYVMyakJwM0hiRUErdzZQSmVFQT09

 

Oury Jalloh – Das war Mord!

Am 7. Januar 2005 wurde der aus Sierra-Leone stammende und in Deutschland im Duldungsstatus lebende Oury Jalloh, in iner Gefängniszelle in Dessau verbrannt.
Ein am 03.11.21 veröffentlichtes neues Gutachten widerlegt die vorsätzlich falsch konstruierten Behauptungen der Generalstaatsanwaltschaft von Sachsen-Anhalt, Oury Jalloh habe das Feuer selbst gelegt.
Über die Chronik der Tat, Vertuschungsversuche, Repressalien und institutionellen Rassismus, sowie ihren Kampf um Aufklärung, berichten zwei Vertreter:innen von
„BREAK THE SILENCE“ aus Berlin, der Initiative in Gedenken an Oury Jalloh.
Wie immer beginnt der Abend im SZ um 18:30 Uhr mit dem Einlass, der Vortrag mit anschließender Diskussion folgt gegen 19:00 Uhr und anschließend gibt es noch vegane Küfa gegen Spende.
WICHTIG : es gelten die 2-G-plus-Regeln! Bitte kommt nur wenn Ihr geimpft oder genesen seid und bringt ein tagesaktuelles Testergebnis mit. Wer dies zeitlich oder finanziell nicht schafft, kann bei und vor Ort von geschulten Menschen getestet werden.
Die Veranstaltung wird gesponsert von „Demokratie leben“.

Zur Verschränkung von Antisemitismus und Antifeminismus

Am 10.11. lädt das Offene Antifa Café Bochum im Rahmen der Aktionswochen gegen Antisemitismus zu einem Vortrag zu den Verbindungen von Antisemitismus und Antifeminismus ein!
Insbesondere in modernen Verschwörungsmythen, die in sich bereits als strukturell antisemitisch zu bewerten sind, finden wir immer wieder auch Verknüpfungen mit sexistischen, misogynen und antifeministischen Vorstellungen. Das ist insofern wenig verwunderlich, als dass Antifeminismus und der moderne Antisemitismus gemeinsame Wurzeln haben, die bis ins 19. Jahrhundert zurück reichen. Im Vortrag werden diese historischen und ideologischen Verknüpfungen ausgearbeitet und in Bezug zu aktuellen Verschwörungserzählungen gesetzt. Ebenso wird es darum gehen, inwiefern Jüdinnen und Juden sowie Feminist*innen im Rechtsterrorismus als Feindbilder verknüpft und zur Legitimation von Gewalt genutzt werden.
Im Anschluss gibt es wie immer Küfa gegen Soli und gemütlichen Kneipenabend.
Wo? Soziales Zentrum Bochum, Josephstr. 2 44791 Bochum
Wann? Einlass ab 18 Uhr, Vortrag ca. 19 Uhr
Hinweis: Es gilt die 2-G-Regel. Bitte haltet euren Nachweis über Impfung/Genesung bereit!

„Die Aufarbeitung des NSU-Komplex in NRW“ mit Hendrik Puls

Erste Veranstaltung im Rahmen unserer kleinen Reihe zum 10. Jahrestag der Selbstenttarnung des NSU. Eine Kooperation mit “ Feministisches Bündnis für Aufklärung“:
Am 27.10.2021 laden wir euch ab 18:30 Uhr in das SZ Bochum zur Diskussion mit Hendrik Puls zur NSU-Aufarbeitung mit Schwerpunkt in NRW ein (Beginn des Vortrages um ca. 19:00 Uhr)
Am 4. November diesen Jahres jährt sich die Selbstenttarnung des NSU zum zehnten Mal. Mehr als ein Jahrzehnt lang konnte das rechtsterroristische Netzwerk in ganz Deutschland mehrere Mord- und Sprengstoffanschläge auf migrantisierte Personen und andere Angehörige rechter Feindgruppen verüben. Darunter auch 2006 in Dortmund, wo Mehmet Kubaşık vom NSU in seinem eigenen Kiosk ermordet wurde.
Obwohl sich mehrere V-Personen im näheren Umfeld des Kerntrios befanden, wurde seitens staatlicher Behörden ein rechtes Motiv, geschweige denn ein Zusammenhang zwischen den Taten nicht vermutet und entsprechend nicht in diese Richtung ermittelt. Bis heute sind die genauen Umstände und Zusammenhänge nicht vollständig geklärt, die Akten z.T. vernichtet oder noch weitere hundert Jahre unter Verschluss.
Insbesondere mit Blick auf die Defizite und den rassistischen Bias in der Ermittlungsarbeit, den Einsatz von V-Personen und lokale Unterstützer*innennetzwerke bleiben bis heute viele Fragen offen. Hendrik Puls hat als Referent für den NSU-Untersuchungsausschuss des Landtags NRW gearbeitet und wird einen Überblick über die NSU-Fälle in NRW und die des Untersuchungsausschusses geben. Im Anschluss sind alle eingeladen, gemeinsam zu diskutieren und Fragen zu stellen.
Hendrik Puls ist Soziologe und Mitglied der von der Hans-Böckler-Stiftung geförderten Nachwuchsforschungsgruppe „Rechtsextreme Gewaltdelinquenz und Praxis der Strafverfolgung“ am Lehrstuhl für Kriminologie der Ruhr-Universität Bochum (nfg-rexdel.de)
anschließend gibt’s vegane Küfa
ES GILT DIE 2G-REGEL !!

Unser Redebeitrag vom 15.05.21 GEGEN JEDEN ANTISEMITISMUS

In diesem Jahr feiern wir 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland. Obwohl die Lebensgeschichten von Menschen jüdischen Glaubens seit unzähligen Generationen eng mit Europa und Deutschland verbunden sind, werden Jüdinnen und Juden weiterhin als „nicht zugehörig“ empfunden. Ja mehr noch: immer wieder wurden sie verfolgt, verleumdet und in Pogromen ermordet. 

Unter der NS-Terrorherrschaft wurden 6 Mio Jüdinnen und Juden systematisch vernichtet. Doch wer glaubte, dass durch diesen millionenfachen Mord der Antisemitismus endgültig diskreditiert sei, irrt. „Die Deutschen werden den Juden Auschwitz nie verzeihen“, so der israelische Psychoanalytiker Zvi Rex. 

Wieviel Wahrheit in diesem Zitat steckt, zeigt sich in dem unter der Pandemie wieder erschreckend erstarkendem Antisemitismus. Im Jahr 2020 wurden 2275 antisemitische Straftaten gezählt und die Dunkelziffer muss um ein Vielfaches höher sein. Getreu dem alten Brunnenvergiftungs-Mythos, müssen auch aktuell Jüdinnen und Juden wieder als Schuldige, diesmal einer Pandemie herhalten. Die antisemitisch aufgeladenen Verschwörungserzählungen der Querdenken-und Co-Szene, die durch das Tragen von sogenannten Judensternen mit der Aufschrift „ungeimpft“, sowie unsägliche Anne-Frank-Vergleiche zu einer weiteren Relativierung des Holocaust beitragen, sind wesentlich mitverantwortlich für die zunehmende Enttabuisierung antisemitischer Denkmuster und daraus resultiernder Strafttaten.  

Die momentanen gewalttätigen Auseinandersetzungen im Nahen Osten werden als Begründung dafür missbraucht antisemitische Stereotypen  öffentlich zu kommunizieren und legitimieren vermeintlich die sich bahnbrechende Gewalt gegen jüdische Einrichtungen. Als hätten die Menschen hier die Politik im Nahen Osten zu verantworten….

Auch wird aktuell deutlich, wie der moderne Antisemitismus als vermeintliche „Israelkritik“ daherkommt. Die weltweite Obsession, während militärischer Konflikte einseitig mit dem Finger auf Israel zu zeigen und den Staat zu dämonisieren, wird dieser Tage besonders deutlich. Dafür wird sich leichtfertig mit einer Terrororganisation solidarisiert, welcher das Leben der palästinensischen Zivilbevölkerung schlicht egal ist. Hierdurch wird der Hamas  zur Rolle als global player verholfen, mit der Friedensverhandlungen zu führen seien.

Vergessen wird bei dieser Diskussion gerne, dass die Terrororganisation Hamas nicht an einer friedlichen Lösung interessiert ist. Die Hamas macht kein Geheimnis daraus, dass ihr oberstes Ziel die Vernichtung Israels und die Ermordung aller dort lebenden Jüdinnen und Juden ist. Ebenfalls profitiert die Hamas   von den gewalttätigen Auseinandersetzungen, weshalb sie aus machtpolitischem Kalkül die militärischen Gegenaktionen Israels bewusst provoziert.  Das Leid der palästinensischen Zivilbevölkerung nimmt die Hamas billigend in Kauf. Vergessen dürfen wir auch nicht, dass der Staat Israel unter einer dauerhaften existenziellen Bedrohung, z.B. durch iranische Langstreckenwaffen steht und auch nicht, dass arabische Israelis nach den israelischen Gesetzen gleichberechtigte Staatsbürger*innen sind, die in Israel umfassendere Rechte besitzen, als Palästinenser*innen in den umliegenden Staaten wie Libanon und Syrien. Gerne wird auch übersehen, das Israel über eine der wenigen Demokratien in dieser Region verfügt, während beispielsweise der türkische Despot Erdogan sich erdreistet, Israel  als „Terrorstaat“ zu bezeichnen, und damit von dem antidemokratischen Umbau im eigenen Land ablenken will. Stets mitzudenken gilt in dieser Diskussion, dass Jüdinnen und Juden im Nahen Osten ohne den Staat Israel dem Vernichtungswillen beinah aller umliegenden Staaten ausgesetzt sind. Israel gewährt Jüdinnen und Juden den größtmöglichen Schutz, garantiert Frauen und LGBTIQ-Rechte für Menschen jeglicher Ethnie und religiöser Zugehörigkeit.

Was hat die vermeintlich falsche Politik Israels mit den hier lebenden Jüdinnen und Juden zu tun? Warum entlädt sich gewalttätiger Antisemitismus auf unseren Straßen als Reaktion auf die Politik in einem weit entfernten Staat? Nach 1700 Jahren Jüdischen Lebens in Deutschland?

Dies ist kein „importierter Antisemitismus“, hier handelt es sich um  strukturellen, in Deutschland gängigen Antisemitismus! Wer nur den muslimischen Antisemitismus wahrnimmt, ignoriert konsequent Forschungs- und Umfrageergebnisse über Antisemitismus in Deutschland. Auch Teile der Linken relativieren Faschismus und israelbezogenen Antisemitismus, wenn es um Kritik an Israelischer Politik geht. Das ist einfach nur widerlich und ekelhaft! 

Jeder Mensch hat das Recht auf ein friedliches Leben in Sicherheit, Freiheit und Würde! Jeder Mensch! Ohne Ansehen von Identität und Zugehörigkeit! 

Wir stehen  an der Seite der jüdischen Gemeinde in Bochum und anderswo. Wir solidarisieren uns mit Jüdinnen und Juden die bedroht werden, wenn Synagogen angegriffen  werden, oder wenn  Hamas-Sympathisant*innen unter dem Deckmantel der „Israel-Kritik“ durch Bochum marschieren. 

Gegen jeden Antisemitismus!