Antifa Café am 22.11.: Rowdytum und Politik. Fußballfans zwischen DDR und Wende

Als es Anfang Oktober 1989 in Dresden am Hauptbahnhof zu schweren Ausschreitungen zwischen Demonstranten und der Volkspolizei kam, waren auch zahlreiche Anhänger der SG Dynamo Dresden dabei. Auch in Leipzig folgten Fußballfans den Aufruf zu den Montagsdemonstrationen, die das Ende der DDR einläuteten. In den folgenden Monaten implodierte die DDR. Ist die Zeit bis zur Vereinigung zwischen BRD und DDR als friedliche Revolution in die Geschichtsbücher eingegangen, gab der Fußball in den zwei letzten Saisons der DDR-Oberliga ein völlig anderes Bild ab. Hooligangruppen, ausgerüstet mit neonazistischen Devotionalien, dominierten die Kurven und sorgten für gewalttätige Szenen auf den Rängen und um die Stadien herum. Der Fußball im Osten der neu vereinigten Republik hatte ein enormes Gewaltproblem.
Doch woher kamen die gewaltbereiten Jugendlichen, die zuerst zum Fußball gingen und dann in den Innenstädten Jagd auf Migranten oder Linke machten? Die letzten 10 Jahre der DDR veränderten das Bild der Fanszene im Fußball. Besonders junge Männer prägten neue Stilarten, die mitunter politisch auftreten und sich den staatlichen Normvorstellungen abgrenzen wollten.
Welche Ausformungen und Artikulationsformen es vor 1990 existierten und wie sich während der Zeit der Wende sich diese Entwicklung auswirkte, wird in dem Vortrag nachskizziert.
Beginn des Antifa Café wie gewohnt um 18:30 Uhr im Sozialen Zentrum Bochum.
Nach dem Vortrag wird es ebenfalls leckeres, veganes Essen geben.
Offenes Antifa Café Bochum